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Überwachungsfoto von 1987, das als Titelbild der Posterausstellung für Schule gewählt wurden

Stasi. Was war das? – Posterausstellung für Schulen

Die kostenlose Poster-Ausstellung "Stasi. Was war das?" führt anhand von 13 Themenpostern anschaulich in das Thema DDR und Staatssicherheit ein.

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Stasi. Was war das?

Zur Einführung

13 Themenposter zeigen das Wirken der DDR-Staatssicherheit in ausgewählten Lebensbereichen der DDR, beleuchten die Rolle der Stasi bei zentralen Ereignissen und informieren über die Methoden der Geheimpolizei. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung, was mit den Hinterlassenschaften des MfS nach dem Ende der DDR geschah.

Die Poster können als Gesamtausstellung gezeigt werden – jedes Thema funktioniert aber auch für sich. Adressaten der Ausstellung sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10. Die Themen der Poster wurden aus Lehrplänen für diese Klassenstufen ausgewählt.

Auf jedem Poster befindet sich ein QR-Code. Durch das Einlesen des Codes mit einem Smartphone – oder durch das Aufsuchen der entsprechenden Seiten auf www.bstu.de – gelangt der Besucher zu Zusatzangeboten. Aufgabenbögen mit direktem Bezug auf die Posterinhalte sind als Einstieg gedacht. Vertiefungsangebote zu den Einzelthemen richten sich an Gruppen, denen mehr Zeit zur Verfügung steht, zum Beispiel ein Projekttag. Je Poster bieten sie Stasi-Dokumente, Zusatzinformationen, Zitate, Abkürzungserklärungen und Arbeitsaufträge. Die ausgewählten Quellen und Texte verdeutlichen, wie SED und Stasi in Lebensbereiche und Ereignisse in der DDR hineingewirkt haben. Arbeitsaufträge zu jeder Quelle und jedem Dokument erschließen Inhalt und Verständnis.

"Wir sind das Volk"

"Wir sind das Volk" war eine Parole der Demonstranten der Friedlichen Revolution 1989. Dokumente und Berichte zeigen, wie die Machthaber in der DDR zu demokratischem Verhalten und freien Wahlen standen. Der letzte Jahresbericht der Hauptabteilung "Untersuchung" verdeutlicht das Rechtsverständnis des Ministeriums für Staatssicherheit und dessen Stolz auf die "flexible Anwendung des Rechts". Die "Wende"-Rede von Egon Krenz am 18. Oktober 1989 beweist schließlich, wie weit sich 1989 die SED-Führung von der gesellschaftlichen Realität in der DDR entfernt hatte. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

Der Mauerbau

Der Mauerbau 1961 ließ die Teilung Deutschlands lange Zeit unabänderlich erscheinen. Beide Hälften des Landes richteten sich ein, mit der Mauer zu leben. Die Dokumente zeigen, wie die Stasi nach dem Bau der Mauer versuchte, Fluchtversuche zu verhindern und zu vertuschen. Sie erhellen die gesetzlichen Regelungen über die "Anwendung der Schusswaffe an der Staatsgrenze der DDR". Aus einem anderen Dokument geht hervor, dass ein Grenzsoldat für untauglich erklärt wurde, weil er ankündigte, im Ernstfall nicht auf Flüchtlinge zu schießen. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

Zu Fuß gegen Panzer

Am 17. Juni 1953 erschütterten landesweite Proteste die DDR. Das Protokoll einer Dienstbesprechung des Ministers für Staatssicherheit, Ernst Wollweber, über Ursachen und Konsequenzen des 17. Juni für die Stasi zeigt dessen Sicht auf die Ereignisse. Die Dokumente zeigen vor allem Auszüge des Prozesses gegen einen "Aufrührer". Zusätzlich erhellen die Biografien der beiden ersten Stasi-Chefs Wilhelm Zaisser und Ernst Wollweber die persönliche Prägung der Stasi-Führung 1953. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

"Höher, schneller, weiter?"

International erfolgreiche Sportler waren der DDR-Führung wichtig als Aushängeschilder und "Diplomaten im Trainingsanzug". Die Dokumente umfassen seinerzeit vertrauliche Dienstanweisungen. Sie zeigen die Kontrolle von Sportlern und deren "Westkontakten" durch die Stasi, Richtlinien zur Auswahl von "Sporttouristen" und den Bericht eines inoffiziellen Mitarbeiters über Doping. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

Fremde in der DDR

Sowjetische Soldaten und ihre Familien, Vertragsarbeiter, Studenten oder Facharbeiter: Auch in der DDR lebten zahlreiche Ausländer. Die Dokumente zeigen Missstimmungen zwischen ihnen und der DDR-Bevölkerung und machen zugleich deutlich, wie sorgfältig die Stasi diese registrierte. Beide Seiten werden dabei nachvollziehbar: Die Lage der Fremden und die Lage der Einheimischen. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

Kinder oder Karriere?

"Kinder oder Karriere" war eine Frage, die sich den meisten Frauen in der DDR nicht stellte: Spätestens seit den 1970er Jahren war es verpönt und gesellschaftlich geächtet, nur Hausfrau zu sein. Die Dokumente zeigen anhand der Künstlerin Bettina Wegner, wie die Stasi gegen eine Systemkritikerin vorging und wie subtil sich diese wehrte. Sie machen die Überwachung und Drangsalierung der in den 1980er Jahren weltweit existierenden Gruppen von "Frauen für den Frieden" in der DDR deutlich. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

Dichter und Denker?

Kunst und Kultur in der DDR unterstanden ebenso den Vorgaben der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) wie alle anderen Lebensbereiche in der DDR. Die Dokumente zeigen Überwachungsmaßnahmen der Stasi und eine Auswahl von Zitaten kulturpolitisch einflussreicher Menschen in der DDR, inklusive einer Einschätzung der Stasi über die Künstler in der DDR. Dieser Perspektive der Herrschenden wird das Zitat eines freier denkenden Künstlers und des Liedermachers Wolf Biermann gegenübergestellt. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

Wirtschaft nach Plan

Die Planwirtschaft in der DDR kam schnell an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Starres Festhalten an mehrjährigen Plänen und rein politische Zielsetzungen führten zu Engpässen und Qualitätsschwierigkeiten und schufen in der Bevölkerung Unzufriedenheit. Überalterte Technologie und Bürokratie schufen Unmut bei den Beschäftigten. Die Dokumente beleuchten das Ideal des Arbeitslebens in der "sozialistischen Demokratie" und die umfangreiche Kontrolle des Wirtschaftslebens durch die Stasi. Sie zeigen außerdem die Härte – und die Absurdität – der Stasi im Umgang mit vermeintlichen Wirtschaftsverbrechern sowie die umfassende Zuständigkeit der Stasi als Ermittlungsorgan der DDR. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

"Immer bereit"

Von frühester Kindheit an sollten Menschen in der DDR zu "sozialistischen Persönlichkeiten" erzogen werden. Das Motto der Jungen Pioniere, "immer bereit" zu sein für Klassenkampf und Sozialismus, wurde tagtäglich eingefordert. Tatsächlich aber taten sich die DDR-Machthaber und auch die Stasi mit Jugendlichen und deren nicht immer angepasstem Verhalten schwer. Das enthusiastische Jugendkommuniqué etwa wurde 1965 rückgängig gemacht. Die Dokumente zeigen Richtlinien der Stasi im Umgang mit Jugendlichen und den Versuch des MfS, eine Schülerin als inoffizielle Mitarbeiterin zu werben. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

Urlaub und Erholung

Die meisten Einwohner der DDR verbrachten ihren Urlaub innerhalb der DDR. Die Dokumente beleuchten die sehr einschränkenden Reisebestimmungen für Einwohner der DDR und die Zielsetzung der Stasi bei der Überwachung von Reisenden. Sie zeigen außerdem, wie es Menschen erging, die in das Kontroll- und Verdachtsnetz der Stasi gerieten. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

"Freiheit für meine Akte"

Eine zentrale Forderung der Bürgerrechtsbewegung in der DDR war die Offenlegung der Stasi-Akten. Erst das Studium der Stasi-Unterlagen zeigte das Ausmaß der Überwachung und der Repression. Die Dokumente zeigen beispielhaft das Vorgehen der Stasi gegen einen Mann, der von der heimlichen Überwachung nie etwas bemerkt hatte. Erst die Öffnung der Akten zeigte, wie er und seine ganze Familie von der Überwachungsmaschinerie der Stasi erfasst worden waren. In einem Interview mit einem von der Stasi als "Verbrecher" behandelten Mann denkt er über seine vermeintlichen Freunde und sein von der Stasi gezeichnetes Leben nach. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

Die Stasi

Das Ministerium für Staatssicherheit, die Stasi, wurde 1950 gegründet. Im Laufe von 40 Jahren entwickelte es sich zu einer landesweit agierenden Geheimpolizei mit über 90.000 Hauptamtlichen Mitarbeitern, zuständig für Überwachung, Kontrolle und Unterdrückung. Einträge im Wörterbuch der Staatssicherheit beleuchten das Selbstverständnis der Stasi. Dokumente zeigen, wie die Stasi Inoffizielle Mitarbeiter einsetzte und geben Aufschluss über die Ausbildung der Hauptamtlichen Mitarbeiter. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge

Die Methoden der Stasi

Die Methoden der Stasi änderten sich im Verlauf ihrer 40-jährigen Existenz. Die offene Brutalität, die ihr Vorgehen zunächst kennzeichnete, wurde spätestens in den 1970er Jahren abgelöst durch subtilere Methoden zur Verhinderung offener Opposition in der DDR. Die Dokumente bestehen zum einen aus Richtlinien des MfS, wie einzelne Maßnahmen durchzuführen sind, darunter die Richtlinie zur Zersetzung aus dem Jahr 1976. Zum anderen aus einer konkreten Handlungsanweisung und einer Dienstanweisung. Arbeitsaufträge zu jedem Dokument helfen beim Verstehen der Zusammenhänge.

Kontakt und Bezug

Versand Posterausstellung

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Telefon: 030 2324-8937
E-Mail: bildung@bstu.bund.de