Direkt zum Seiteninhalt springen
Publikation

Desertionen im geteilten Berlin

Bekämpfung von Fahnenfluchten aus den Reihen der Bereitschaftspolizei im Jahr des Mauerbaus

BStU (Hg.), Martin Stief

Reihe
BF informiert

Umfang
98 Seiten

Auflage
1. Auflage, Berlin 2011

Verlag
BStU

Preis
2,50 €

ISBN
978-3-942130-73-8

Typ
Komplett

Sprache
Deutsch

BF informiert 30/2011

Inhalt

Der "Sprung in die Freiheit", das Foto des fliehenden Conrad Schumann, wurde zu einer "Ikone des Mauerbaus". Der junge Bereitschaftspolizist war der erste Deserteur im geteilten Berlin. Martin Stief nimmt dieses Bild zum Anlass, nach den Hintergründen der Desertionen aus den Reihen der Grenzsicherungseinheiten zu fragen.

Insgesamt flohen im Jahre 1961 aus den bewaffneten Kräften der DDR über 600 junge Männer in den Westen. Während bei der Nationalen Volksarmee oder der Volkspolizei die Fluchtzahlen nach der Grenzabriegelung schlagartig zurückgingen, stiegen sie bei den direkt an der Grenze eingesetzten Einheiten, darunter denen der Bereitschaftspolizei, drastisch an: Hatten sich vor dem 13. August lediglich 18 Bereitschaftspolizisten unerlaubt abgesetzt, flohen danach bis zum Jahresende 165.

Der Autor berichtet von den Versuchen der Staatssicherheit, Fahnenfluchten möglichst schon im Vorfeld zu verhindern. Damit eröffnet er einen Blick auf einen Kernbereich der SED-Herrschaft: die angestrebte totale Überwachung des Grenzregimes.

Zum Autor/Herausgeber

BStU (Hg.)

Martin Stief

Inhaltsverzeichnis

Verwandte Inhalte

Publikation

Unter Nutzung der Angst

Die "leise Form" des Terrors – Zersetzungsmaßnamen des MfS

In dieser Publikation aus dem Jahre 1994 werden die Aktivitäten des MfS gegen Bürgerrechtler in der DDR-Provinz und in West-Berlin in ebenso nüchterner wie beklemmender Weise vor Augen geführt.

Publikation

"Für menschliche Würde, Anstand und eine neue Moral"

Auflösung der Staatssicherheit im Bezirk Karl-Marx-Stadt

Ständig rauchende Schornsteine und häufiger als sonst aus den MfS-Objekten in Karl-Marx-Stadt fahrende Lkw: Die demonstrierenden Bürger waren alarmiert. Anfang Dezember begannen sie, ausfahrende Pkw zu kontrollieren. Am 5. und 6. Dezember erreichten entschlossene Bürgerrechtler dann die ...

Publikation

Hat nicht wenigstens die Stasi die Stimmung im Lande gekannt?

MfS und SED im Bezirk Karl-Marx-Stadt

Die vorliegende Studie arbeitet besonders diesen Aspekt heraus: die zunehmende Zerrüttung des Verhältnisses zwischen der zwar noch regierenden, aber konzeptionslosen Partei und ihrem Staatssicherheit.

Publikation

Die AIDS-Verschwörung

Das Ministerium für Staatssicherheit und die AIDS-Desinformationskampagne des KGB

Mit dem Auftauchen des für AIDS verantwortlichen HI-Virus Anfang der 1980er Jahre begannen Forschungen, aber auch Spekulationen um dessen Herkunft. 1992 gab der Leiter der russischen Auslandsspionage zu, dass der sowjetische Geheimdienst hinter einer internationalen Desinformationskampagne zum ...

Publikation

Die kirchenpolitische Abteilung des Ministeriums für Staatssicherheit

Wenngleich die Sichtung und Auswertung der Archive der untergegangenen SED-Diktatur erst begonnen hat und noch Jahre und Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird, so ist es einer intensiven Forschung in relativ kurzer Zeit gelungen, das Aktengebirge zu vermessen und erste gesicherte Ergebnisse ...

Publikation

Zu Struktur, Charakter und Bedeutung der Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit

Die vorliegende Abhandlung ist die überarbeitete Fassung des Gutachtens zum Wert der MfS-Akten, das die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zur "Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland" beim BStU in Auftrag gegeben hat.