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MfS-Lexikon

Posteingangs- und -ausgangsbuch

Der Versand von Schriftstücken war innerhalb des MfS vom Absender bis zum Empfänger lückenlos nachzuweisen. Dazu dienten in den Poststellen und Geschäftszimmern der Diensteinheiten chronologisch geführte Posteingangs- und -ausgangsbücher (zudem Kurierbücher für die Zeit des Transports). In Posteingangsbüchern wurden im Wesentlichen die vergebene Tagebuchnummer, das Eingangsdatum, der Absender, der Betreff, die Weitergabe und die Ablage bzw. Vernichtung von Schriftstücken vermerkt; für VVS- und GVS-Unterlagen gab es jeweils eigene Bücher.

Postausgangsbücher wurden seltener und lediglich für als bedeutsam erachtete Ausgangsschreiben benutzt. In der Regel wurden parallel zu den Posteingangs- und -ausgangsbüchern Institutionen-, Sach- oder (formlose) Personenkarteien, ggf. auch Terminkarteien geführt. Posteingangs- und -ausgangsbücher können bei der Nachverfolgung des Verbleibs von Schriftstücken, bei deren aktenkundlicher Beurteilung und quellenkritischer Untersuchung sowie bei der Entschlüsselung der Wege des schriftlichen Informationsaustausches im MfS wichtige Hilfsmittel sein. Im Einzelfall geben sie Auskunft über die frühere Existenz nicht überlieferter Schriftstücke.

Roland Lucht