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MfS-Lexikon

Schalck-Golodkowski, Alexander

Synonym: Alexander Schalck-Golodkowski

03.07.1932 - 21.06.2015

Leiter des Bereichs Kommerzielle Koordinierung (KoKo)

Geboren in Berlin, Vater Arbeiter;

1938-1947 Volksschule;

1947-1950 Berufsschule;

1950-1954 Feinmechaniker;

1954-1955 Studium an der Hochschule für Außenhandel Staaken, Abschluss als Diplom-Ökonom;

5.3.1953 (Todestag Stalins) Kandidat, 1955 Mitglied der SED;

1959-1962 Hauptverwaltungsleiter im Ministerium für Außenhandel;

1962-1966 1. Sekretär der SED-Kreisleitung im Ministerium für Außenhandel;

ab 1966/67 Leiter des Bereichs Kommerzielle Koordinierung (KoKo) und stellv. Minister für Außenhandel sowie Offizier im besonderen Einsatz (OibE) des MfS im Range eines Oberstleutnants;

1975 Staatssekretär im Ministerium für Außenhandel sowie Oberst des MfS;

Aufbau eines Netzwerks zur Beschaffung von Devisen und embargogeschützten Waren für die DDR aus westlichen Staaten;

1982 KMO;

1983 Held der Arbeit;

1984 Großer Stern der Völkerfreundschaft;

1986 Mitglied des ZK der SED;

am 03.12.1989 Flucht in die Bundesrepublik vor der drohenden Strafverfolgung durch DDR-Behörden wegen Untreue, Devisenvergehen und anderer Straftaten.

Am 06.06.1991 richtete der 12. Deutsche Bundestag den 1. Untersuchungsausschuss ein, der die Aktivitäten der mit der KoKo verbundenen Firmen aufklären sollte. Sein Bericht wurde 1994 vorgelegt. Das abweichende Votum der Abgeordneten Ingrid Köppe (Neues Forum) wurde für die Zeit bis 2024 als geheim eingestuft; 1996 Verurteilung wegen Steuerhinterziehung und Verletzung von Außenhandelsbestimmungen der Bundesrepublik.

Literatur: Schalck-Golodkowski, Alexander: Deutsch-deutsche Erinnerungen. Reinbek 2000.

Bernd Florath