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MfS-Lexikon

Stahlmann, Richard (eigentlich Artur Illner)

Synonym: Richard Stahlmann;Artur Illner

15.10.1891 - 25.12.1974

Stellv. Leiter des Außenpolitischen Nachrichtendienstes

Geboren in Königsberg (Ostpreußen), Vater Zimmermann, Mutter Hausfrau;

Volksschule;

1905 SAJ;

1905-1910 Tischler in Königsberg;

1911 Militärdienst;

1914-1917 Soldat, britische Kriegsgefangenschaft;

1919 KPD, Gewerkschafts- und Parteiarbeiter;

1919-1923 Tischler;

1923/24 Leiter des militärpolitischen Apparats der KPD;

nach der Niederschlagung des KPD-Aufstands im Oktober 1923 Emigration in die UdSSR, sowjetische Staatsbürgerschaft und KPdSU(B)-Mitglied (bis 1940);

1924/25 militärpolitischer Lehrgang in Moskau (Spezialschule der KPdSU), nach Beendigung Instrukteur der Org.-Abteilung des EKKI und in der 4. Abteilung der GRU; sowjetische Auslandsspionage;

illegale Einsätze in Frankreich, England, Holland, China und der ČSR;

1931/32 Lenin-Schule in Moskau;

1932-1936 Sekretär von Georgi Dimitroff, Balkanarbeit der K I;

1932 in Berlin;

1933 Flucht nach Wien, 1934 nach Paris;

1935 zeitweilig in Moskau;

1936-1938 Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg, 1938-1940 Fortführung der Balkanarbeit in Moskau;

1940 in Stockholmer Auslandsleitung der KPD;

bleibt nach der Verhaftung Herbert Wehners bis Kriegsende illegal in der Nähe von Stockholm.

Januar 1946 Rückkehr nach Deutschland, Mitarbeiter der KPD-Landesleitung Mecklenburg-Vorpommern;

Aufbau der Polizei, Abwehrarbeit;

Mai 1946 Zonenleiter in der neuen HA Organisation beim ZK der SED (später in Abteilung Verkehr umbenannt);

März 1949 Leiter bzw. Mitarbeiter der ZK-Abteilung Verkehr, verantwortlich für die Sicherstellung der illegalen Verbindungen zur KPD, Spezialist für Grenzschleusungen, auch für den Personenschutz der Parteiführer bei Reisen in Westzonen.

Im März 1950 organisierte er die Entführung des KPD -Vorsitzenden und MdB Kurt Müller in die DDR.

September 1951 stellv. Leiter des APN;

1952 Oberst;

ab 1953 Leiter der AG Anleitung und Kontrolle der HA XV des MfS (ab 1956 HV A);

1958 Leiter des Fach- und Lehrkabinetts der HA KuSch;

1960 Entlassung, Rentner;

1966 KMO.

Jens Gieseke