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Teil der Ausstellung 'Feind ist wer anders denkt' in Wolfsburg
Pressemitteilung

Ausstellung zur DDR-Staatssicherheit in Wolfsburg

„Feind ist, wer anders denkt“ ab 14. Juni im Rathaus

Wie erging es den Menschen in Ost und West, die ins Visier der Staatssicherheit der DDR gerieten? Mit welchen Methoden arbeitete die Stasi? Und wie präsent war die Geheimpolizei auch in der Bundesrepublik? Antworten auf diese und andere Fragen gibt die Wanderausstellung "Feind ist, wer anders denkt" des Bundesbe­auftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Sie dokumentiert, wie durch Überwachung, Bespitzelung und die Unterdrückung von Menschenrechten die Macht der Staatspartei SED in der DDR gesichert wurde. Die Ausstellung bietet auch Informationen zur Stasi-Überwachungstätigkeit in Niedersachsen und Wolfsburg.

Ausstellung:    

  • 14. Juni bis 17. Juli 2019, Montag und Dienstag,
    9 – 16.30 Uhr; Mittwoch und Freitag 9 – 14 Uhr
    Donnerstag 9 – 17.30 Uhr, Eintritt frei

Eröffnung:   

  • Freitag, 14. Juni, 18.00 Uhr,
    Bärbel Weist, Stellvertretende Ratsvorsitzende der Stadt Wolfsburg (Grußwort), im Anschluss
    Podiumsgespräch mit Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, Dr. Alexander Kraus, Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) Wolfsburg, Dr. Annemarie Susan Baumgartl, Leiterin der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn; Moderation: Andreas Stolz, Freier Journalist

Ort:               

  • Rathaus Wolfsburg, Bürgerhalle,
    Porschestraße 49, 38440 Wolfsburg

Programm:    

Presserundgang am 14. Juni: 17.30 Uhr.
Führungen vom 17.  bis 21.06. und 24. bis 28.06.
Anmeldung unter: ausstellungen@bstu.bund.de
Lehrerfortbildung am 26.06.: DDR und Stasi als Thema im Schulunterricht, Anmeldung bis 19.06.: 030 2324-8937, bildung@bstu.bund.de

Elmar Kramer, Stv. Pressesprecher


Hintergrundinformationen zu Wolfsburg und Niedersachsen

Zahlen zur Akteneinsicht im Stasi-Unterlagen-Archiv (1991 bis Mai 2019)
Anträge gesamt aus Niedersachsen:  68.541
- darunter persönliche Akteneinsicht:  61.050
Anträge gesamt aus Wolfsburg:  1.326
- darunter persönliche Akteneinsicht:  1.263

Regionale Beispiele von Stasi-Aktivitäten
Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) arbeitete im Auftrag der SED auch außerhalb
der DDR, insbesondere in der Bundesrepublik Deutsch­land. Dabei geriet auch das Bundesland
Niedersachsen in den Fokus der Stasi. Hier standen vor allem militärische, wirtschaftliche und
politische Einrichtungen im Blick, ebenso die innerdeutsche Grenze.

Bahnhof Wolfsburg im Visier der Stasi
Spitzel der DDR-Staatssicherheit kundschafteten den Bahnhof und seine Umgebung aus:
Wolfsburg war die letzte westdeutsche Station vor der DDR-Grenze im deutsch-deutschen
Zugverkehr zwischen Hannover und Berlin. Die inoffiziellen Mitarbeiter (IM) machten Fotos,
trugen Informationen zusammen und berichteten der Stasi über die Kontrollen von
westdeutschem Bundesgrenzschutz (BGS) und Zoll. In zahlreichen Berichten dokumentierte
die Stasi, wie die Fahrgäste aus der DDR am Bahnhof Wolfsburg von BGS-Beamten befragt
und kontrolliert wurden. 1985 beschreibt ein Stasi-Spitzel detailliert ein neues Datengerät zur
Überprüfung der Reisepässe: "30 cm lang, ca. 10 – 15 cm breit und 5 cm hoch", "grünliches
Fenster (vermutlich Digitalanzeiger)".

Das Planetarium, VW und Carl Zeiss Jena
1981 baute die Stadt Wolfsburg ein Planetarium. Den ersten Planetariums-Projektor schenkte
die VW AG der Stadt. Dabei handelte es sich um einen Projektor aus dem VEB Carl Zeiss
Jena, der Teil eines Kompensations­geschäfts zwischen VW und der DDR war.  Das
westdeutsche Zeiss-Werk in Oberkochen protestierte dagegen und wollte einen solchen
Projektor selbst liefern.  In der "operativen Berichterstattung" der für Jena zuständigen
Stasi-Bezirksverwaltung Gera wurde festgehalten, dass man in Wolfsburg, "die Geschäfts-
beziehungen zu Jena als Brücke" für "weitergehende Verbindungen in den anderen Teil
Deutschlands" nutzen wolle. Diese Einschätzung und der Einsatz von DDR-Beschäftigten
beim Aufbau des Planetariums in Wolfsburg sorgten bei der Stasi für Misstrauen und damit
für weitere intensive Bespitzelung.

Bei Interesse an weiteren Informationen melden Sie sich gern in der Pressestelle.
Weitere Informationen für eine Recherche im Stasi-Unterlagen-Archiv finden sie hier.

 

Kontakt zur Pressestelle

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

Pressesprecherin

Dagmar Hovestädt

Telefon: 030 2324-7170