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Pressemitteilung

BStU-Publikation: Die AIDS-Verschwörung

Das Ministerium für Staatssicherheit und die AIDS-Desinformationskampagne des KGB

Bis heute reichen die Folgen einer AIDS-Desinformationskampagne, die der sowjetische KGB vor gut 30 Jahren mit Hilfe des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR in Umlauf brachte. Den Ursprung und die Verbreitung dieser Kampagne beschreiben nun in einem neuen Forschungsband des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) die Forscher Dr. Douglas Selvage (BStU) und Christopher Nehring (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg).

Mit dem Auftauchen des für AIDS verantwortlichen HI-Virus Anfang der 1980er Jahre begannen Forschungen, aber auch Spekulationen um dessen Herkunft. 1992 gab der Leiter der russischen Auslandsspionage zu, dass der sowjetische Geheimdienst hinter einer internationalen Desinformationskampagne zum Thema AIDS gestanden habe. Das Virus, so lautete eine zentrale Behauptung darin, stamme aus einem US-amerikanischen Forschungslabor und sei dort als Geheimwaffe entwickelt worden.

Die vorliegende Studie geht auf der Basis von Akten aus Deutschland und ehemaligen Ostblockstaaten den Spuren dieser Kampagne nach. Dabei gerät vor allem die Rolle der Hauptverwaltung A (HV A) des Ministeriums für Staatssicherheit in den Blick. Von ihr wurden damals Forschungsprojekte unterstützt, die die KGB-These untermauern sollten, und ein Dokumentarfilm finanziert, der die Verschwörungstheorie auch im Westen verbreiten sollte. Das besonders Perfide daran: Die Desinformationen und die daraus entwickelten Verschwörungstheorien wirken weit über das Ende der kommunistischen Geheimdienste hinaus – teilweise bis heute. Im Kampf der Systeme wurden Falschinformationen in die Welt gesetzt – mit tödlichen Folgen.

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

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Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

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Dagmar Hovestädt

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