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Pressemitteilung

BStU-Publikation: "Freiheit heißt, die Angst verlieren"

Verweigerung, Widerstand und Opposition in der DDR: Ostseebezirk Rostock

Wie kommen Menschen dazu, sich unter den Bedingungen einer Diktatur den Anforderungen der Herrschenden zu verweigern? Was sind ihre Motive? Wie handeln sie? Und mit welchen Repressionen reagierte der SED-Staat auf Menschen, die ihm die Gefolgschaft verweigerten? Diesen Fragen geht Dr. Christian Halbrock, Mitarbeiter der Forschungsabteilung beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU), in seiner jetzt vorliegenden Studie nach. Er macht sich damit auf die Suche nach einer "Kultur des Widerstehens", die das Spektrum politisch abweichenden Verhaltens in seiner Breite erfassen will. Grundlage der Untersuchung sind die Quellen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), das nicht zuletzt durch seine akribische Dokumentation systemkritischen Verhaltens jeder Art einen einzigartigen Einblick ermöglicht. Diese Quellen hat Christian Halbrock systematisch über vier Jahrzehnte DDR-Geschichte gesichtet und quellenkritisch ausgewertet.

Der Ostseebezirk Rostock war durch wichtige Häfen, Werften und Urlaubsorte entlang der Küste gekennzeichnet, aber auch durch ein Atomkraftwerk in der Nähe von Greifswald und die sozialistischen Umgestaltungsversuche der alten Hansestädte Wismar, Rostock und Greifswald. Wie überall in der DDR widersprachen auch Menschen im Norden der Politik der SED. Einzelne leisteten darüber hinaus Widerstand. Sie verteilten Flugblätter, schrieben nachts systemkritische Losungen an Hauswände oder zerstörten Agitationstafeln. Manche suchten nach Gleichgesinnten, um mit ihnen gemeinsam etwas gegen die Partei zu unternehmen. Diese verschiedenen Formen des Aufbegehrens einer Minderheit auch im Kontext einer mitmachenden Mehrheit zu beleuchten und somit Erkenntnisse über die Dynamik von Widerstehen und Repression zu gewinnen, ist ein weiteres Ziel der Studie.

Rezensionsexemplare sind über die Pressestelle erhältlich.

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

Kontakt zur Pressestelle

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

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Dagmar Hovestädt

Telefon: 030 2324-7170