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Pressemitteilung

"Feind ist, wer anders denkt" in Dachau

Wanderausstellung des BStU über die Staatssicherheit der DDR

Die Wanderausstellung "Feind ist, wer anders denkt" erreicht am 12. März in Dachau ihre 42. Station. Die Ausstellung dokumentiert Entstehung, Aufgaben und Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Sie erläutert, wie das MfS durch Überwachung, Bespitzelung und Unterdrückung die Macht der Staatspartei SED sicherte. Im Vordergrund steht dabei das Schicksal der Menschen, die ins Visier der Staatssicherheit gerieten – in Ost und West. Auf zwei Sondertafeln werden Geschichten aus Dachau, die in den Stasi-Unterlagen dokumentiert sind, gezeigt, darunter Informationen zur Stasi-Überwachung des Besuches des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker in der Gedenkstätte Dachau 1987. Neu dabei sind auch zwei Module zur Erinnerung an die Friedliche Revolution vor 25 Jahren.

Eröffnung:

  • 12. März 2014, 19.00 Uhr
    Erwin Lenz, Schulleiter
    Angelika Neumayer, Oberstudienrätin M.A.
    Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern

Ort:

  • Ignaz-Taschner-Gymnasium Dachau
    Landesberger Straße 1, 8522 Dachau

Öffnungszeiten:

  • 12. März – 01. April 2014
    montags bis donnerstags von 13.00 bis 17.00 Uhr
    freitags von 13.00 bis 16.00 Uhr

Begleitprogramm:

  • 13. März, 14.00 – 17.00 Uhr Lehrerfortbildung: "DDR und Stasi als Thema im Schulunterricht", Dr. Hans-Peter Löhn, BStU
  • 17. März 2014, 19.00 Uhr Vortrag und Diskussion: "Wie kam es vor 25 Jahren zur Friedlichen Revolution in der DDR?" Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, BStU


Der Eintritt ist frei.

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

Hintergrundinformationen zum Raum Dachau

Zahlen zur Akteneinsicht bei der Stasi-Unterlagen-Behörde
(1991 - 20. Januar 2014)

Anträge gesamt aus Dachau: 263

  • darunter persönliche Akteneinsicht und Kopienherausgabe: 246

Anträge gesamt aus Bayern: 91.776

  • darunter persönliche Akteneinsicht und Kopienherausgabe: 67.769

Dachau und seine Bürger im Visier der Stasi

Dass auch Dachau und seine Bewohner ins Visier der Stasi gerieten, zeigen zwei Tafeln der Ausstellung mit Auszügen aus den Stasi-Unterlagen. "Stasi in Dachau" bildet Skizzen und Fotos aus dem Umfeld der KZ-Gedenkstätte Dachau ab, die Mitarbeiter der Stasi angefertigt haben. Ein Jahresdatum ist nicht erkennbar, auch nicht, warum die Stasi diese Aufnahmen fertigte.

Eine komplizierte Spitzelgeschichte zeigen Dokumente des inoffiziellen Mitarbeiters (IM) Peter Taucher. Es ist die Geschichte zweier Männer, die sich in den 70er Jahren nach gescheiterten Fluchtversuchen im Gefängnis in der DDR kennen lernen. Einem wird nach Ende der Haftzeit die Ausreise sofort genehmigt, dem anderen erst Jahre später mit der Auflage, den ersten zu bespitzeln. Von 1984 bis 1988 liefert der Mann, nun ebenfalls im Westen und in Dachau angekommen, unter dem Decknamen "Peter Taucher" Informationen an die Stasi. Den Verdacht, dass der zuerst ausgereiste als Fluchthelfer für weitere fluchtwillige DDR-Bürger arbeitet, konnte die Stasi nicht erhärten.

"Unterwegs mit der Stasi" zeigt wie die Stasi eine Reisegruppe der Volkshochschule Dachau bespitzelte, die 1989 auf eine Bildungsreise in die DDR fährt. In Beobachtungsberichten schreibt ein Stasi-Mitarbeiter genau auf, was die Reisegruppe unternimmt und fotografiert sogar einzelne Teilnehmer. Auch der Besuch des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker in der KZ-Gedenkstätte Dachau während seines Staatsbesuches in der Bundesrepublik im September 1987 taucht umfänglich in den Stasi-Unterlagen auf. Besonders mögliche Störaktionen durch DDR-kritische Gruppen werden im Vorfeld von der Stasi recherchiert und während des Besuches so gut es geht ignoriert. Allerdings finden sich viele Foto- und Videoaufnahmen der Proteste in den Unterlagen.

Weitere Informationen unter www.bstu.de.

Kontakt zur Pressestelle

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

Pressesprecherin

Dagmar Hovestädt

Telefon: 030 2324-7170