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Pressemitteilung

Feind ist, wer anders denkt" in Moers

Wanderausstellung über die Stasi mit regionalen Bezügen

Wie erging es den Menschen in Ost und West, die ins Visier der Staats-sicherheit der DDR gerieten? Mit welchen Methoden arbeitete die Stasi? Und wie präsent war die Geheimpolizei auch in der Bundesrepublik? Antworten auf die Fragen gibt die Wanderausstellung "Feind ist, wer anders denkt" des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU).

Sie wird am Mittwoch, 26. Oktober 2016, im Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrum der VHS Moers vom Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn und drei Bundestagsabgeordneten der Region Moers eröffnet. Die Schau dokumentiert, wie durch Überwachung, Bespitzelung und Unterdrückung von Menschenrechten die Macht der Staatspartei SED in der DDR gesichert wurde. Sondertafeln zeigen Stasi-Unterlagen mit Bezug zu Moers und politischem Humor in der DDR.

Eröffnung:

  • 26. Oktober 2016, 10.00 Uhr

Grußworte:

  • Ibrahim Yetim, 1. Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Moers
    Siegmund Ehrmann, MdB, Vors. des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag
    Kerstin Radomski, MdB
    Ulle Schauws, MdB

Diskussion:

  • Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums in den Filder Benden

Ort:

  • Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrum
    Wilhelm-Schroeder-Straße 10, 47441 Moers

    Eintritt frei.

Öffnungszeiten:

  • 27.10.–16.11.2016
    Mo - Fr 9.00–20.00 Uhr, Sa 11. 00 – 14.00 Uhr
    Führungen nach Voranmeldung unter 0172 - 8133134 oder ausstellungen@bstu.bund.de
    Schulprojekttage am Ausstellungsort: 02.11. – 04.11.2016, Referent Andreas Schiller, nach Anmeldung 030 - 2324-8937 bildung@bstu.bund.de

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

Hintergrundinformationen zu Moers und Umgebung

Zahlen zur Akteneinsicht im Stasi-Unterlagen-Archiv
(1991 bis August 2016)
Anträge gesamt aus Nordrhein-Westfalen: 173.729
- darunter persönliche Akteneinsicht: 85.798
Anträge gesamt aus Moers: 460
- darunter persönliche Akteneinsicht: 437

Im Visier der Stasi: Kreis Moers und seine Bewohner

Kirchliche Patenschaftsbeziehungen zwischen Moers und Seelow
Die Städte Moers und Seelow in Brandenburg sind seit 1990 durch eine Städtepartnerschaft verbunden. Die Grundlage dafür legten die seit den 1960er Jahren bestehenden Kontakte zwischen den evangelischen Kirchengemeinden beider Städte. Diese Kirchen-"Freundschaft" mit regelmäßigen Patentreffen stand unter steter Beobachtung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) wie zahlreiche Akten vor allem aus den 1980er Jahren belegen. Besuche der Moerser Gemeindemitglieder in der Kirchengemeinde von Letschin/Kreis Seelow wurden intensiv überwacht. Einige der DDR-Kontakte arbeiteten als inoffizielle Mitarbeiter (IM). Auch der prominente Moerser Politiker Jürgen Schmude, seit 1985 Präses der Synode der Evangelischen Kirche, stand bei seinen häufigen Besuchen unter Beobachtung. Nicht selten hatten diese Kontakte für die in der DDR lebenden Gemeindemitglieder weitere Überwachungsmaßnahmen zur Folge.

Moerser Bürger im Visier der Stasi
Die DDR betrieb in der alten Bundesrepublik in einem Ausmaß Spionage, das für Friedenszeiten ungewöhnlich war. Vor dem Hintergrund des globalen Ost-West-Konflikts und der deutschen Teilung ist diese intensive Spionage aber erklärbar und konnte auch deshalb nur so umfassend funktionieren. Vor allem die familiären Bande zwischen Ost- und Westdeutschen waren immer wieder Ansatz für die Stasi, Quellen im Westen zu finden und sie für eine Spionagetätigkeit zu öffnen. So gelangte der lange Arm der Stasi auch nach Moers. In den 1970er Jahre beispielsweise berichtete eine inoffizielle Mitarbeiterin (IM) mit dem Decknamen "Kerstine" ausführlich über ihre Verwandten, die u.a. im Moerser Stadtteil Repelen lebten. Berichte über Besuche in 1975 und 1978 geben Einblicke in das Leben in Moers und das Interesse der Stasi. Der Führungsoffizier ließ "Kerstine" zum Beispiel eine Zeichnung von der Dienststelle der Schwägerin anfertigen, die bei der Polizei arbeitete.

Kontakt zur Pressestelle

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

Pressesprecherin

Dagmar Hovestädt

Telefon: 030 2324-7170