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Pressemitteilung

Publikation: Der Volksaufstand im Blick der Stasi

Start der geheimen Berichte an die SED-Führung 1953

500.000 Arbeiter streikten, über eine Million Bürger der kaum vier Jahre alten DDR gingen auf die Straße - der 17. Juni 1953 war eine massive Auflehnung gegen das Regime. Kurz nach dem Tod Stalins war der Volksaufstand für alle politischen Akteure eine weitere Zäsur.

Ausgerechnet die Geheimpolizei Stasi hatte den Aufstand nicht vorhergesehen. Die SED warf ihr vor, versagt zu haben. Die Konsequenz: Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) begann mit einer regelmäßigen Berichterstattung an die SED-Führung.

Zum 60. Jahrestag des Volksaufstandes erscheint jetzt in der Reihe "Die DDR im Blick der Stasi" der Band zum Jahr 1953. Er ist quasi der Auftaktband der Reihe, da erst nach dem Volksaufstand die systematische und regelmäßige Lageerfassung durch die Stasi beginnt.

Die mittlerweile fünfte Ausgabe der Reihe zu den geheimen Stasi-Berichten an die SED-Führung dokumentiert die Berichte des Jahres 1953 nach dem Aufstand. "Sie zeigen eine Gesellschaft, die noch lange in Aufruhr war und sich nur widerwillig und schrittweise dem Machtanspruch und den Machtritualen der SED beugte", schreibt Historiker Dr. Roger Engelmann (BStU) im Vorwort zu der von ihm editierten Ausgabe der Stasi-Dokumente des Jahres 1953.

Die prekäre Situation nach dem Aufstand, die Ängste der Machthaber und ihre Feindbilder spiegeln sich in den Berichten ebenso wieder wie die Stimmung in den Industriebetrieben und die Lage in der Landwirtschaft und in den Blockparteien.

Der Band bietet eine Auswahl der Berichte, die beiliegende CD-Rom enthält die Gesamt-Edition des Jahrgangs in einer recherchierbaren Datenbank. Rezensionsexemplare der Publikation sind über den Verlag oder über die Pressestelle des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen erhältlich.

Bibliographische Angaben:
Roger Engelmann (Bearb.): Die DDR im Blick der Stasi 1953, erschienen in der Reihe "Die DDR im Blick der Stasi. Die geheimen Berichte an die SED-Führung", herausgegeben von Daniela Münkel im Auftrag des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, ISBN 978-3-525-37500-6

Terminhinweis:
Am 16. Juni 2013 wird der Band "Die DDR im Blick der Stasi 1953" im zeitlichen Umfeld der Feierlichkeiten zur Benennung des Vorplatzes am ehemaligen Haus der Ministerien - heute Bundesministerium der Finanzen - in Berlin-Mitte, Leipziger Straße vorgestellt. Der Platz vor dem Ministerium erhält im Beisein des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble den Namen „Platz des Volksaufstandes von 1953“. Aktuelle Informationen zur Veranstaltung unter www.bstu.de.

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

Kontakt zur Pressestelle

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

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Dagmar Hovestädt

Telefon: 030 2324-7170