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Publikation

"... anarcho-terroristische Kräfte"

Die Rote Armee Fraktion und die Stasi

BStU (Hg.)

Reihe
Dokumentenhefte

Umfang
111 Seiten

Auflage
Berlin 2017

Verlag
BStU

Preis
kostenlos

Typ
Komplett

Sprache
Deutsch

Inhalt

In der Bundesrepublik entstanden zu Beginn der siebziger Jahre linksterroristische Gruppen wie die Rote Armee Fraktion (RAF) und die Bewegung 2. Juni. Sie erschienen auch auf dem "Radarschirm" der Staatssicherheit, weil die politisch motivierte Gewalt der Gruppen, so die weit hergeholte Befürchtung, womöglich auf Ostdeutschland "überschwappen" könnte. In der Zusammenschau aller Indizien war indes kaum zu befürchten, dass die RAF oder die Bewegung 2. Juni sich tatsächlich gegen die DDR wenden könnten. Eher hofften die Terroristen hier ein sicheres Hinterland zu finden.

Den Linksterrorismus im Westen zu unterstützen erschien der Staatssicherheit als politisch zu heikel. Wäre dies ruchbar geworden, hätte das einen schweren Imageschaden und diplomatische Verwerfungen zur Folge gehabt. Dies wollten das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und die SED nicht riskieren.

In dieser Konstellation – gewisse ideologische Nähe, aber in der Praxis auch kritische Distanz vor allem zur Gewalt – konzentrierte sich das MfS darauf, den potenziellen Gefahrenherd unter Kontrolle zu halten. Die Staatssicherheit versuchte, die Linksterroristen zu identifizieren und ihre Pläne in Erfahrung zu bringen. Zu diesem Zweck wurden die Täter angehalten, wenn sie DDR-Grenzen passierten. Oft wurden sie erst wieder freigelassen, wenn sie umfangreich Wissen über die terroristische Szene preisgegeben hatten.

Auch untersuchte die Staatssicherheit die Entführungsfälle westlicher Politiker in taktischer und logistischer Hinsicht, um sich gegen etwaige Angriffe auf die eigenen Repräsentanten besser wappnen zu können.

Die terroristische Bedrohung der Bonner Republik erreichte erst mit dem "Deutschen Herbst" von 1977 ihren "Höhepunkt". Um mehr über die Täter und ihre Absichten zu erfahren, zeigte sich die Staatssicherheit ihnen gegenüber nun noch hilfsbereiter als zuvor. So sorgte sie für die Freilassung bundesdeutscher Linksterroristen, wenn diese in Osteuropa verhaftet wurden. Schließlich bot die DDR-Geheimpolizei kampfesmüden Ex-Terroristen im SED-Staat eine Zuflucht. Sie ermöglichte ihnen ein Leben mit neuer Identität und ohne Fahndungsdruck. Auch Arbeitsstellen und Wohnungen wurden ihnen vermittelt.

Mitte der achtziger Jahre hatte die "RAF-Stasi-Connection" allerdings ihren Zenit bereits überschritten. Beide Seiten waren zuletzt unzufrieden: Die RAF hatte erkannt, dass die DDR zu einer weitergehenden Unterstützung nicht bereit war. Die Staatssicherheit wiederum hatte einsehen müssen, dass die RAF sich kaum instrumentalisieren ließ. So wuchs die Distanz zwischen den Linksterroristen und dem MfS.

Pädagogisches Begleitmaterial zum Dokumentenheft

Zum Autor/Herausgeber

BStU (Hg.)

Inhaltsverzeichnis

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