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Ausbildung im Stasi-Unterlagen-Archiv

Seit 1999 bildet der BStU Fachangestellte für Bürokommunikation (FaB) aus. Im Jahr 2003 wurde dieses Angebot um den Beruf des/der Fachinformatikers/in für Systemintegration (FiSi) erweitert. Seit 2007 werden ebenfalls Fachangestellte für Medien und Informationsdienste (FaMI) ausgebildet. Außerdem kann seit 2014 der neue Beruf der Kauffrau/des Kaufmanns für Büromanagement (KBM) beim BStU erlernt werden.

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Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste

Ausbildungsprofil beim Bund

Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste (FaMI) ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die Ausbildungszeit beträgt bundesweit grundsätzlich drei Jahre.

Der BStU bildet FaMIs im Archiv und in der Bibliothek aus. Gemeinsame Aufgaben beider Fachrichtungen sind das Erschließen, Bereitstellen, Aufbewahren, Zugänglichmachen und Vermitteln von Medien und Informationen. Im Bereich Archiv bedeutet dies das Sichten und Bewerten von Unterlagen, in der Bibliothek das Beschaffen und Katalogisieren von Medien.

Spezifische Berufsbeschreibung in der Behörde des BStU

Die Ausbildung für das Archiv erfolgt in der Zentralstelle Berlin oder in einer der Außenstellen. In der Zentrale erfolgt der Einsatz nach einem rotierenden System, in den Außenstellen sind die Auszubildenden hingegen dauerhaft einem Sachgebiet zugeordnet. Sie erhalten dabei Einblick in die verschiedenen Organisationseinheiten, z.B. in die Erschließung, Kartei und das Magazin. Zudem werden verwaltungsspezifische Ausbildungsinhalte in den Abteilungen Zentrale Verwaltung (ZV) und Verwendung von Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes (AU) vermittelt. Des Weiteren werden die FaMIs in Projekte der Öffentlichkeitsarbeit eingebunden.

In der Fachrichtung Bibliothek findet die Ausbildung in der wissenschaftlichen Spezialbibliothek des BStU in Berlin statt. Die/Der Auszubildende lernt dabei alle Aufgabengebiete der Bibliothek kennen, u. a. die Erwerbung und die Benutzerberatung. Zu den Ausbildungsinhalten gehören auch das Ordnen der Bestände, die Erschließung von Medien sowie das Bearbeiten von Ausleihen, Rücknahmen, Vorbestellungen und Mahnungen. Außerdem gibt es gemeinsame Projekte mit den Auszubildenden der Fachrichtung Archiv, z. B. im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste

Ausbildungsabschnitte

Die Ausbildung erfolgt im dualen System. Das bedeutet, dass man eine parallele Ausbildung in der Behörde und der Berufsschule absolviert. Des Weiteren werden während der drei Jahre unten stehende Einrichtungen besucht. Bei überdurchschnittlich guten Leistungen besteht die Möglichkeit die Ausbildungszeit auf zweieinhalb Jahre zu verkürzen.

Berufsschule

Die theoretische Ausbildung findet in folgenden Einrichtungen statt:

  • OSZ Bürowirtschaft und Verwaltung – Berlin und Brandenburg
  • Gutenbergschule Leipzig - Sachsen
  • SBZ Sondershausen - Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • Berufliche Schule - Waren (Müritz) - Mecklenburg-Vorpommern

Der Lehrstoff wird mittels Blockunterricht vermittelt und enthält die Schwerpunkte:

  • Erfassen und Erschließen
  • Informations- und Kommunikationssysteme
  • Medien- und Informationsdienste
  • Beschaffen und Recherchieren
  • Wirtschaftslehre und Sozialkunde
  • Deutsch und Englisch
  • Sport

Während der Berufsschulzeit ist es möglich ein Fremdsprachenzertifikat in verschiedenen Stufen zu erwerben (z.B.: KMK).

Bundesverwaltungsamt (BVA)

Das Bundesverwaltungsamt bietet Lehrgänge zu berufsspezifischen Themen an, die in der sonstigen Ausbildung nicht vermittelt werden können.

Praktikum

In den drei Jahren der Berufsausbildung müssen mindestens drei Praktika absolviert werden. Diese können wahlweise in den fünf Fachrichtungen Bibliothek, Archiv, Bildagentur, Medizinische Dokumentation und Information und Dokumentation durchgeführt werden.

Praxisphase in der Behörde des BStU

Archiv
  • Erschließung - Schriftgut, spezielle Informationsträger
  • Magazin
  • Kartei
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Auskunft und Akteneinsicht
  • Verwaltung
Bibliothek
  • Erschließung – Bücher, Zeitschriften, Aufsätze
  • Ordnen der Bestände
  • Erwerbung von Medien
  • Ausleihe
  • Benutzerberatung
  • Beschaffen von Informationen

Fachinformatiker/ Fachinformatikerin für Systemintegration

Ausbildungsprofil beim Bund

Fachinformatiker/in für Systemintegration ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die Ausbildungszeit beträgt bundesweit drei Jahre.

Als Auszubildende/r zum/zur Fachinformatiker/in für Systemintegration (FiSi) liegt Ihr Schwerpunkt auf der Planung, Erstellung und Konfiguration von Systemen der Informations- und Telekommunikationstechnik. Als Dienstleister im eigenen Haus konzipieren und realisieren Sie im Rahmen von Projekten komplexe Systeme der IT-Technik. Dazu gehört auch, dass Sie bei auftretenden Störungen die Fehler systematisch und unter Einsatz moderner Experten- und Diagnosesysteme eingrenzen, erkennen und beheben. Sie beraten Anwenderinnen und Anwender und lösen deren Anwendungs- und Systemprobleme. Die Erstellung von Systemdokumentationen gehört ebenso zu ihren Aufgaben.

Spezifische Berufsbeschreibung in der Behörde des BStU

Während der Ausbildung in der Zentrale des BStU, durchlaufen Sie alle Sachgebiete des Referats ZV5 (Informationstechnik und Telekommunikation).

Im Sachgebiet der Anwenderbetreuung lösen Sie Fragen und Probleme von Anwendern per Telefon oder direkt vor Ort. Des Weiteren tauschen Sie beim Anwender defekte Peripherie bzw. Verschleißteile aus.

Die Abteilung der Systemverwaltung bringt Ihnen die Arbeit des Funktionsbereiches Zentrale Systeme, Arbeitsbereich Server, Benutzerverwaltung und Softwareinstallation näher. Dies ist der Bereich, der während der Ausbildung den größten zeitlichen Rahmen in Anspruch nimmt. Zunächst durchlaufen Sie die Sachgebiete für IT- Sicherheit und Netzwerkadministration. Anschließend beschäftigen Sie sich mit den Themen Virenschutz, Firewall, Konfiguration und Administration von Netzwerken, insbesondere im Bezug auf das Verbundnetz IVBV.

Im Sachgebiet für Telekommunikation erhalten Sie einen Einblick in die Funktionsweise einer TK-Anlage und der Administration des Telekommunikationsnetzes.

Auch im Bereich der Anwendungsprogrammierung werden Sie einige interessante Ansätze zur Erstellung und Realisierung von Datenbankkonzepten, so wie deren Einbindung ins System, erarbeiten.

Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration.

Ausbildungsabschnitte

Die Ausbildung erfolgt im dualen System. Dies bedeutet, dass die Ausbildung in der Behörde und der Berufsschule parallel absolviert wird. Des Weiteren werden von Ihnen während der Ausbildungszeit unten stehende Einrichtungen besucht. Bei guter Leistung besteht die Option auf Verkürzung der Ausbildungszeit von drei Jahren auf zweieinhalb Jahren.

Berufsschule, Berlin Neukölln

Die theoretische Ausbildung zum/zur Fachinformatiker/in für Systemintegration findet im Oberstufenzentrum Informations- und Medizintechnik (OSZ IMT) in Berlin Neukölln statt.

In jeder dritten Ausbildungswoche besuchen Sie im Blockunterricht die Berufsschule in den Fächern:

  • Anwendungssysteme (AS)
  • Informationstechnische Systeme (ITS)
  • Wirtschafts -und Sozialkunde (WSK)
  • Betriebliche Prozesse (BP)
  • Technisches Englisch (TEN)
  • Sport

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, während der Berufsschulzeit ein Cisco Certified Network Associate (CCNA) Zertifikat zu erwerben.

Freie Universität Berlin (FU)

Während der Ausbildung besuchen Sie für drei Wochen die Freie Universität Berlin. Dort werden Ihnen von einem/einer Dozenten/in theoretische und praktische Kenntnisse zur Java-Programmierung vermittelt, die Sie für den weiteren Ausbildungsverlauf benötigen.

Bundesverwaltungsamt (BVA), Berlin Lichtenberg

Im Bundesverwaltungsamt werden Sie verschiedene Lehrgänge besuchen, beispielsweise einen Lehrgang zum Datenschutz und zur IT-Sicherheit. Hier werden auch die Vorbereitungslehrgänge für die Zwischen- und Abschlussprüfung stattfinden.

Größtes Augenmerk während der Ausbildungszeit im BVA liegt auf der Gründung einer Lernfirma. Hierzu finden Sie sich mit anderen Auszubildenden im Bundesverwaltungsamt zusammen und bauen diese weiter aus. Somit werden Ihnen für die IHK-Prüfung die nötigen wirtschaftlichen Kenntnisse vermittelt, wie zum Beispiel der Umgang mit Verträgen, Rechnungen, der Buchführung und vielem mehr.

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)

In der Deutschen Rentenversicherung Bund absolvieren Sie ebenfalls verschiedene Lehrgänge. So zum Beispiel zum Thema Oracle-Datenbanken, Java bzw. Java Server Faces, HTML, Projektorganisation und Anwenderschulungen. Auch hier treffen Sie erneut auf ihre Lerngruppe mit der Sie die verschiedenen anfallenden Aufgaben der einzelnen Lehrgänge bearbeiten.

Projekte

Zum Ende der Ausbildung hat jeder Auszubildende ein betriebliches Abschlussprojekt durchzuführen. Dieses Abschlussprojekt ist Bestandteil der IHK-Abschlussprüfung und wird zu einem Drittel in die Prüfungsnote des Prüfungsteils A eingehen. Diese Projektarbeit werden Sie größtenteils in dem extra dafür bereitgestellten Auszubildenden-Testnetz in der IT-Werkstatt des BStU umsetzen.

Bisher durchgeführte Abschlussprojekte waren beispielsweise die Migration des Servernetzes von Netware 6.5 auf Open Enterprise Server 2 oder die Serverbasierte Clientmigration von Windows XP auf Windows 7.

Weitere Informationen

Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement

Ausbildungsprofil beim Bund

Die Berufsbilder "Bürokaufleute", "Kaufleute für Bürokommunikation" und "Fachangestellte für Bürokommunikation" werden ab 01.09.2014 zu einem neuen Beruf zusammengelegt: "Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement". Dies sind somit die neuen Fachkräfte für Wirtschaft und Verwaltung.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet im dualen System statt. Das heißt, die theoretische Ausbildung wird in der Berufsschule und die praktische Ausbildung in der Behörde durchgeführt. Darüber hinaus werden berufspraktische Abschnitte durch dienstbegleitende Unterweisungen im Bundesverwaltungsamt vertieft.

Spezifische Berufsbeschreibung in der Zentrale des BStU

Inhaltlich basiert die Berufsausbildung auf Pflicht- und Wahlqualifikationen. Die Pflichtqualifikation "Büro- und Geschäftsprozesse" wird beim BStU durch die beiden Wahlqualifikationen "Assistenz- und Sekretariat" sowie "Verwaltung und Recht" ergänzt. Die Auszubildenden durchlaufen unterschiedliche Bereiche der Verwaltung und werden somit bestmöglich auf die Bürosachbearbeitung vorbereitet.

Ausbildung zum Kaufmann für Büro-Management.

Ausbildungsabschnitte

Die Ausbildung erfolgt im dualen System. Das bedeutet, dass man eine parallele Ausbildung in der Behörde und der Berufsschule absolviert. Die theoretische Ausbildung findet an 2 Tagen pro Woche im Oberstufenzentrum "Louise-Schroeder-Schule" im Berlin-Lichterfelde-Süd statt.

Während der Ausbildung erledigen die Auszubildenden kaufmännische Tätigkeiten in Organisationsbereichen wie Beschaffung, Haushalt/Rechnungswesen und Personalverwaltung. Darüber hinaus organisieren und bearbeiten sie bürowirtschaftliche Aufgaben in den Fachbereichen "Verwendung von Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes", "Bildung und Forschung", im "Archiv" sowie in den "Geschäftszimmern".

Die Ausbildung soll durch ein mehrwöchiges externes Praktikum angereichert werden, um behördenübergreifende Kenntnisse zu erwerben.