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Regale im Stasi-Unterlagen-Archiv in Berlin

Das Stasi-Unterlagen-Archiv in Zahlen

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Übersicht

Seit Beginn der Arbeit des BStU Ende 1990 sind bislang 7.329.712 (Stand: 30.06.2020) Ersuchen und Anträge eingegangen, darunter 3.332.945 Anträge von Bürgerinnen und Bürgern. Im Jahr 2019 haben 56.526 Bürgerinnen und Bürger einen Antrag zur Akteneinsicht gestellt. Im ersten Halbjahr 2020 waren es 20.743 Anträge. Im Archiv stehen über 111 Kilometer Schriftgut für die Recherche zur Verfügung. Davon sind 51 Kilometer bereits von der Stasi archiviert worden und sind personenbezogen zugänglich. Weitere 60 Kilometer wurden 1990 unsortiert in den Büros der Stasi gefunden und sind seither zu derzeit 91 Prozent erschlossen. Beim BStU arbeiten 1.354 (Stand 1. Januar 2020) Beschäftige an 14 Standorten.

Antragszahlen

Bürgeranträge

Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Bürgeranträge gesamt 88.231 62.246 67.763 62.544 48.634 48.855 45.309 56.526
davon Erstanträge 55.771 38.869 40.994 37.499 27.348 28.454 26.875 35.554

Eingänge nach Bundesländern

Mehr als 75 Prozent der Bürgeranträge gehen in den zwölf Außenstellen der Behörde ein (2.496.901 von insgesamt 3.312.202). Es handelt sich dabei um die Standorte

Eingänge in Berlin und den Regionen
7.300.571

Ersuchen und Anträge sind seit Beginn der Arbeit des BStU Ende 1990 eingegangen, darunter 3.312.202 Anträge von Bürgern.

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Anträge Forschung und Medien

Insgesamt gingen bisher 37.200 Forschungs- und Medienanträge ein. Davon kamen etwa 15 Prozent aus dem Ausland.

Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Anträge gesamt 1.430 1.319 1.407 1.351 1.299 1.323 1.342 1.429
Anträge Forschung und politische Bildung 994 835 891 906 867 951 945 1.011
Anträge Presse, Rundfunk und Film 436 484 516 445 432 372 397 418
Antragseingänge Forschung und Medien seit 1993 nach Themenkomplexen (Stand Ende 2019)

Ersuchen von öffentlichen und nichtöffentlichen Stellen

Von 1990 bis 2019 gingen bislang 3.438.590 Ersuchen von öffentlichen und nichtöffentlichen Stellen ein. Ersuchen zur Überprüfung von Personen auf eine frühere Tätigkeit für das MfS werden verschiedenen Verwendungszwecken zugeordnet.

Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Ersuchen zur Überprüfung wichtiger Funktionsträger und weitere Ersuchen gesamt 2.064 1.411 1.847 3.031 1.657 930 1.018 1.224
davon Parlamentarische Mandatsträger 1.164 427 928 2.406 904 495 446 523
davon kommunale Wahlbeamte 40 17 324 93 17 11 2 151
davon Ordensangelegenheiten 436 406 449 345 359 256 351 323
Ersuchen zur Überprüfung öffentlicher Dienst 317 296 272 260 227 167 167 193
Ersuchen zu Sicherheits-/ Zuverlässigkeits-Überprüfungen 7.834 7.800 7.859 7.348 6.849 6.543 6.037 5.761
Ersuchen Rentenangelegenheiten 6.845 3.661 2.457 2.705 2.355 2.283 2.765 3.012
Ersuchen gesamt 17.060 13.168 12.435 13.344 11.088 9.923 9.987 10.190

Ersuchen Rehabilitierung, Wiedergutmachung, Strafverfolgung

Ersuchen zur Rehabilitierung und materiellen Entschädigung von Bürgern, die durch das DDR-System Unrecht erlitten haben sowie zur Wiedergutmachung werden von den regional zuständigen Ämtern eingereicht. Von 1990 bis 2019 gingen bislang insgesamt 512.579 Ersuchen zur Rehabilitierung, Wiedergutmachung und Strafverfolgung beim BStU ein.

Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Anträge gesamt 5.547 4.069 4.135 4.766 3.150 2.746 2.635 2.387
Ersuchen zur Rehabilitierung 1.596 998 1.130 1.015 773 658 598 528
Ersuchen zur Wiedergutmachung 3.681 2.824 2.717 3.025 2.194 1.934 1.763 1.687
Ersuchen zur Strafverfolgung 270 247 288 726 183 154 274 172

Antragserledigungen

Die bislang rund 3,3 Millionen eingegangenen Bürgeranträge sind größtenteils erledigt. Prioritär zu bearbeitende Anträge sowie Anträge, bei denen keine oder nur Karteikartenerfassungen festgestellt werden, werden in der Regel innerhalb von drei bis sechs Monaten erledigt. Dies sind etwa 60 Prozent aller Erst- und Wiederholungsanträge. Wenn Unterlagen gefunden werden, führt vor allem die im Verhältnis zum zurückgehenden Mitarbeiterbestand immer noch sehr hohe Nachfrage nach persönlicher Akteneinsicht zu längeren Wartezeiten.

Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Erledigungen gesamt 104.026 86.733 86.432 98.212 78.061 75.370 68.969 63.971
davon Erledigungen Bürgeranträge 78.949 67.743 69.772 77.109 61.899 61.203 55.901 51.140
111

Kilometer Stasi-Akten lagern in den Archiven des BStU. Davon sind ca. 43 km Material aus dem Ministeriumsstandort Berlin und ca. 68 km Material aus den Bezirksverwaltungen der Stasi überliefert.

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Archivbestände

Das Stasi-Unterlagen-Archiv ist derzeit auf 13 Standorte verteilt. In der Summe finden sich dort mehr als 111 Kilometer Stasi-Akten. Davon sind ca. 44 Kilometer Material aus dem Ministeriumsstandort Berlin und ca. 68 Kilometer Material aus den Bezirksverwaltungen (BV) der Staatssicherheit überliefert.

Detailbeschreibung Schriftgut

Etwa 51 Kilometer Schriftgut stammen aus der Archivabteilung XII des MfS, wurde also schon von der Stasi archiviert. Davon:

  • ca. 20 Kilometer aus der Ministeriumszentrale in Berlin und
  • ca. 31 Kilometer aus den Bezirksverwaltungen des MfS.

Diese Unterlagen sind personenbezogen zugänglich; eine darüber hinausgehende thematische Erschließung ist für etwa sechs Prozent dieser Unterlagen erfolgt (knapp 2,9 Kilometer).

Mehr als 61 Kilometer Schriftgut waren bis Anfang 1990 noch durch die MfS-Diensteinheiten in Bearbeitung und wurde in den Büros der Stasi gefunden. Davon:

  • über 24 Kilometer aus der Ministeriumszentrale in Berlin und
  • 37 Kilometer aus den Bezirksverwaltungen des MfS.

Diese Unterlagen sind derzeit zu 94 Prozent erschlossen; insgesamt sind damit noch etwa 3,8 Kilometer an Unterlagen archivisch zu bearbeiten.

Besonderer Teil dieser Unterlagen sind ca. 12 Kilometer MfS-Karteikarten (rund 41 Millionen Stück). Sie stammen aus ca. 5.700 aufgefundenen Einzelkarteien aller Stasi-Diensteinheiten, davon sind:

  • 18 Millionen Karten in Berlin und
  • etwa 23 Millionen Karten in den Außenstellen des BStU.

Die Stasi hat ihre Unterlagen auch auf Sicherungs- und Arbeitsfilme kopiert. Umgerechnet auf Papier sind dies insgesamt zusätzlich rund 47 Kilometer verfilmtes Schriftgut. Dies sind Kopien vorhandener, teilweise von der Stasi vernichteter Unterlagen.

Des Weiteren gibt es derzeit rund 15.500 Behältnisse (zumeist Säcke) mit von der Stasi per Hand zerrissenem Schriftgut. Aus ca. 500 der Papiersäcke wurden mittlerweile über 1,65 Millionen Blätter bzw. Karteikarten manuell und virtuell rekonstruiert.

Audiovisuelle Materialien

Das MfS hat auch zahlreiche audio-visuelle Materialien hinterlassen. Im Detail sind das:

  • Ca. 1,85 Millionen Fotodokumente, die vielfach ohne Kontext gefunden wurden, davon sind derzeit ca. 1.450.000 verzeichnet, ca. 400.000 werden noch erschlossen. Ergänzt werden sie durch viele Fotos, die sich in den Akten befinden.
  • 2.870 Filme und Videos, die zu 100 % erschlossen sind. Mit der Digitalisierung aus Bestandsschutzgründen wurde begonnen.
  • Ca. 22.500 Tondokumente, von denen sind bislang rund 20.670 erschlossen. Auch diese Sammlung wird aus Bestandsschutzgründen digitalisiert.
  • 106 MfS-Datenprojekte, deren Grad der Aufbereitung sehr unterschiedlich ist.

Digitalisierte Materialien

Bestandsschutz

Eine zentrale Aufgabe des BStU ist es, die Unterlagen zu erhalten. Dafür wurde die Digitalisierung, vor allem der audiovisuellen Materialien zum Zwecke des Bestandsschutzes weiter fortgesetzt. Ca. 134.000 Fotos, 273 Videos sowie etwa 11.900 Tondokumente liegen bislang digital vor. (Stand 31.12.2019).

Hinzukommen ca. 3.620.000 digital vorliegende Seiten aus der Schriftgutüberlieferung.

Findmittel

Seit 2014 werden die Findmittel des BStU in der Online-Rechercheplattform ARGUS beim Bundesarchiv veröffentlicht und sind dort und im Archivportal Europa nutzbar. Bisher sind dort zu finden:

  • 380 Online-Findmittel mit ca. 139.850 Datensätzen
  • darin enthalten: über 60.700 digitalisierte Aktenseiten und 220 digitalisierte Tondokumente (insgesamt etwa 290 Stunden Spielzeit) (Stand 31.07.2020).

Stasi-Mediathek

Seit 2015 stellt der BStU digitalisierte Unterlagen auch im eigenen Online-Portal www.stasi-mediathek.de zur Verfügung. Die inhaltlich aufbereiteten und redaktionell ausgewählten Unterlagen umfassen Inhalte aus allen Jahren des Wirkens der Stasi. Sie sind komplett textlich erfasst und ermöglichen so eine semantische Suche über alle digitalen Unterlagen der Stasi-Mediathek hinweg.

Aktuell sind dort zu finden:

  • 998 Dokumente mit etwa 6500 Seiten
  • 143 Bilderserien mit 746 Einzelbildern
  • 27 Audio-Dateien (ca. 20 Stunden Spielzeit)
  • 45 Video-Filme (ca. 24 Stunden Spielzeit)

(Stand 31.12.2019)

Personal

Zum Ende 2019 waren beim BStU 1.354 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 1.1.2020) an 14 Standorten beschäftigt – an zwei Standorten in Berlin und in den zwölf Außenstellen in den neuen Bundesländern. 791 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in Berlin, 563 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Außenstellen. Den Höchststand an Personal erreichte der BStU 1994 mit 3.076 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Personalentwicklung der letzten Jahre – tatsächlicher Mitarbeiterbestand
Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Mitarbeiter 1.589 1.591 1.605 1.604 1.571 1.553 1.522 1.440 1.354