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Regale im Stasi-Unterlagen-Archiv in Berlin

Das Stasi-Unterlagen-Archiv in Zahlen

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Übersicht

Seit Beginn der Arbeit des BStU Ende 1990 sind bislang 7.230.039 Ersuchen und Anträge eingegangen, darunter 3.255.676 Anträge von Bürgern. Im Jahr 2018 haben 45.309 Bürger einen Antrag zur Akteneinsicht gestellt. Im Archiv stehen über 111 Kilometer Schriftgut für die Recherche zur Verfügung. Davon sind 51 Kilometer bereits von der Stasi archiviert worden und sind personenbezogen zugänglich. Weitere 60 Kilometer wurden 1990 unsortiert in den Büros der Stasi gefunden und sind seither zu derzeit 91 Prozent erschlossen. Beim BStU arbeiten 1.440 (Stand 1. Januar 2019) Beschäftige an 14 Standorten.

Open Data: Antragszahlen

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen stellt die Statistik der Anträge auf Akteneinsicht auch als Open Data im CSV-Format zur weiteren Verwendung zur Verfügung.
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Open Data: Antragszahlen von Bürgern, regional und Berlin

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Antragszahlen

Bürgeranträge

Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Bürgeranträge gesamt 80.611 88.231 62.246 67.763 62.544 48.634 48.855 45.309
davon Erstanträge 49.756 55.771 38.869 40.994 37.499 27.348 28.454 26.875

Eingänge nach Bundesländern

Mehr als 75 Prozent der Bürgeranträge gehen in den zwölf Außenstellen der Behörde ein (2.427.241 von insgesamt 3.210.367). Es handelt sich dabei um die Standorte

Eingänge von Anträgen auf Akteneinsicht in Berlin und den Regionen (Stand Ende 2017)

Anträge Forschung und Medien

Insgesamt gingen bisher 35.771 Forschungs- und Medienanträge ein. 2018 kamen rund 15 Prozent der Anträge aus dem Ausland.

Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Anträge gesamt 1.501 1.430 1.319 1.407 1.351 1.299 1.323 1.342
Anträge Forschung und politische Bildung 959 994 835 891 906 867 951 945
Anträge Presse, Rundfunk und Film 542 436 484 516 445 432 372 397
Antragseingänge Forschung und Medien seit 1993 nach Themenkomplexen (Stand Ende 2018)

Ersuchen von öffentlichen und nichtöffentlichen Stellen

Von 1990 bis 2018 gingen bislang 3.423.400 Ersuchen von öffentlichen und nichtöffentlichen Stellen ein. Ersuchen zur Überprüfung von Personen auf eine frühere Tätigkeit für das MfS werden verschiedenen Verwendungszwecken zugeordnet.

Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Ersuchen zur Überprüfung wichtiger Funktionsträger und weitere Ersuchen gesamt 1.715 2.064 1.411 1.847 3.031 1.657 930 1.018
davon Parlamentarische Mandatsträger 1.241 1.164 427 928 2.406 904 495 446
davon kommunale Wahlbeamte 23 40 17 324 93 17 11 2
Ersuchen zur Überprüfung öffentlicher Dienst 210 317 296 272 260 227 167 167
Ersuchen zu Sicherheits-/ Zuverlässigkeits-Überprüfungen 9.532 7.834 7.800 7.859 7.348 6.849 6.543 6.037
Ersuchen Rentenangelegenheiten 6.524 6.845 3.661 2.457 2.705 2.355 2.283 2.765
Ersuchen gesamt 17.981 17.060 13.168 12.435 13.344 11.088 9.923 9.987

Die Verwendung der in §§ 20/21 Nr. 6 StUG genannten Verwendungszwecke (u.a. parlamentarische Mandatsträger, kommunale Wahlbeamte und Ersuchen zur Überprüfung öffentlicher Dienst) ist nach dem StUG nur noch bis zum 31.12.2019 zulässig. Nach heutigem Stand betrifft dies ca 10 Prozent der Ersuchen.

Ersuchen Rehabilitierung, Wiedergutmachung, Strafverfolgung

Ersuchen zur Rehabilitierung und materiellen Entschädigung von Bürgern, die durch das DDR-System Unrecht erlitten haben sowie zur Wiedergutmachung werden von den regional zuständigen Ämtern eingereicht. Von 1990 bis 2018 gingen bislang insgesamt 510.192 Ersuchen zur Rehabilitierung, Wiedergutmachung und Strafverfolgung beim BStU ein.

Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Anträge gesamt 6.482 5.547 4.069 4.135 4.766 3.150 2.746 2.635
Ersuchen zur Rehabilitierung 1.543 1.596 998 1.130 1.015 773 658 598
Ersuchen zur Wiedergutmachung 4.421 3.681 2.824 2.717 3.025 2.194 1.934 1.763
Ersuchen zur Strafverfolgung 518 270 247 288 726 183 154 274

Antragserledigungen

Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Erledigungen gesamt 107.794 104.026 86.733 86.432 98.212 78.061 75.370 68.969
davon Erledigungen Bürgeranträge 79.158 78.949 67.743 69.772 77.109 61.899 61.203 55.901

Von den bislang rund 3,3 Millionen eingegangenen Bürgeranträgen wurden mehr als 3,2 Millionen erledigt. Prioritär zu bearbeitende Anträge sowie Anträge, bei denen keine oder nur Karteikartenerfassungen festgestellt werden, werden in der Regel innerhalb von sechs bis neun Monaten erledigt. Dies sind 60 bis 70 Prozent aller Erst- und Wiederholungsanträge. Wenn Unterlagen gefunden werden, führt vor allem bei Bürgeranträgen die im Verhältnis zum zurückgehenden Mitarbeiterbestand immer noch sehr hohe Nachfrage nach persönlicher Akteneinsicht zu längeren Wartezeiten.

Archivbestände

Das Stasi-Unterlagen-Archiv ist derzeit auf 13 Standorte verteilt. In der Summe finden sich dort mehr als 111 Kilometer Stasi-Akten. Davon sind ca. 44 Kilometer Material aus dem Ministeriumsstandort Berlin und ca. 68 Kilometer Material aus den Bezirksverwaltungen (BV) der Staatssicherheit überliefert.

Detailbeschreibung Schriftgut

Etwa 51 Kilometer Schriftgut stammen aus der Archivabteilung XII des MfS, wurde also schon von der Stasi archiviert. Davon:

  • ca. 20 Kilometer aus der Ministeriumszentrale in Berlin und
  • ca. 31 Kilometer aus den Bezirksverwaltungen des MfS.

Diese Unterlagen sind personenbezogen zugänglich; eine darüber hinausgehende thematische Erschließung ist für etwa sechs Prozent dieser Unterlagen erfolgt (knapp 2.900 laufende Meter).

Mehr als 61 Kilometer Schriftgut waren bis Anfang 1990 noch durch die MfS-Diensteinheiten in Bearbeitung und wurde in den Büros der Stasi gefunden. Davon:

  • über 24 Kilometer aus der Ministeriumszentrale in Berlin und
  • 37 Kilometer aus den Bezirksverwaltungen des MfS.

Diese Unterlagen sind derzeit zu 93 Prozent erschlossen; insgesamt sind damit noch etwa 4 Kilometer an Unterlagen archivisch zu bearbeiten.

Besonderer Teil dieser Unterlagen sind ca. 12 Kilometer MfS-Karteikarten (rund 41 Millionen Stück). Sie stammen aus ca. 5.700 aufgefundenen Einzelkarteien aller Stasi-Diensteinheiten, davon sind:

  • 18 Millionen Karten in Berlin und
  • etwa 23 Millionen Karten in den Außenstellen des BStU.

Die Stasi hat ihre Unterlagen auch auf Sicherungs- und Arbeitsfilme kopiert. Umgerechnet auf Papier sind dies insgesamt zusätzlich rund 47 Kilometer verfilmtes Schriftgut. Dies sind Kopien vorhandener, teilweise von der Stasi vernichteter Unterlagen.

Des Weiteren gibt es derzeit rund 15.500 Behältnisse (zumeist Säcke) mit von der Stasi per Hand zerrissenem Schriftgut. Aus ca. 500 der Papiersäcke wurden mittlerweile über 1,63 Millionen Blätter bzw. Karteikarten manuell und virtuell rekonstruiert.

Audiovisuelle Materialien

Das MfS hat auch zahlreiche audio-visuelle Materialien hinterlassen. Im Detail sind das:

  • Ca. 1,85 Millionen Fotodokumente, die vielfach ohne Kontext gefunden wurden, davon sind derzeit ca. 1.450.000 verzeichnet, ca. 400.000 werden noch erschlossen. Ergänzt werden sie durch viele Fotos, die sich in den Akten befinden.
  • 2.865 Filme und Videos, die zu 100 % erschlossen sind. Mit der Digitalisierung aus Bestandsschutzgründen wurde begonnen.
  • Ca. 23.250 Tondokumente, von denen sind bislang rund 20.500 erschlossen, etwa 2.750 müssen noch archivisch bearbeitet werden. Auch diese Sammlung wird aus Bestandsschutzgründen digitalisiert.
  • 54 MfS-Datenprojekte, deren Grad der Aufbereitung sehr unterschiedlich ist.

Digitalisierte Materialien

Bestandsschutz

Eine zentrale Aufgabe des BStU ist es, die Unterlagen zu erhalten. Dafür wurde die Digitalisierung, vor allem der audiovisuellen Materialien zum Zwecke des Bestandsschutzes weiter fortgesetzt. Ca. 110.000 Fotos, 300 Filme und Videos sowie etwa 11.350 Tondokumente liegen bislang digital vor. (Stand 31.12.2018).

Hinzukommen ca. 2.851.000 digital vorliegende Seiten aus der Schriftgutüberlieferung.

Findmittel

Seit 2014 werden die Findmittel des BStU in der Online-Rechercheplattform ARGUS beim Bundesarchiv veröffentlicht und sind dort und im Archivportal Europa nutzbar. Bisher sind dort zu finden:

  • 320 Findmittel mit ca. 105.000 Datensätzen
  • darin enthalten: über 49.000 digitalisierte Aktenseiten und 220 digitalisierte Tondokumente (insgesamt etwa 290 Stunden Spielzeit) (Stand 31.12.2018).

Stasi-Mediathek

Seit 2015 stellt der BStU digitalisierte Unterlagen auch im eigenen Online-Portal www.stasi-mediathek.de zur Verfügung. Die inhaltlich aufbereiteten und redaktionell ausgewählten Unterlagen umfassen Inhalte aus allen Jahren des Wirkens der Stasi. Sie sind komplett textlich erfasst und ermöglichen so eine semantische Suche über alle digitalen Unterlagen der Stasi-Mediathek hinweg.

Aktuell sind dort zu finden:

  • 714 Dokumente mit 5.018 Seiten
  • 661 Fotos
  • 24 Audio-Dateien (ca. 19 Stunden Spielzeit)
  • 37 Video-Filme (ca. 19 Stunden Spielzeit)

(Stand 31.12.2018)

 

 

 

 

Personal

Zum Ende 2018 waren beim BStU 1.440 Mitarbeiter (Stand 1.1.2019) an 14 Standorten beschäftigt – an zwei Standorten in Berlin und in den 12 Außenstellen in den neuen Bundesländern. 856 Mitarbeiter arbeiten in Berlin, 584 Mitarbeiter in den Außenstellen. Den Höchststand an Personal erreichte der BStU 1994 mit 3.076 Mitarbeitern.

Personalentwicklung der letzten Jahre – tatsächlicher Mitarbeiterbestand
Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Mitarbeiter 1.683 1.589 1.591 1.605 1.604 1.571 1.553 1.522 1440