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Stasi-Unterlagen-Archiv Dresden

Im Archiv der Außenstelle Dresden lagern 8.239 Regal-Meter Unterlagen und 3 Millionen Karteikarten. Die Unterlagen stammen von der Bezirks­verwaltung für Staatssicherheit und den 16 Kreisdienststellen der Stasi im Bezirk Dresden. Eine Besonderheit im Archiv sind die Unterlagen der Objektdienststelle "TU Dresden".

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Konrad Felber, Außenstellenleiter Dresden

Außenstellenleiter Dresden

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Das Archiv

Hinter diesen zwei nüchternen Zahlen verbergen sich nicht nur Akten, sondern auch Biographien und Schicksale, in die das MfS eingegriffen hat.

Das Archiv der Außenstelle hat die Unterlagen der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Dresden und die Unterlagen aus den Kreisen (Kreisdienststellen) des Bezirkes Dresden übernommen. Es teilt sich in drei Bereiche auf: die Kartei, das Magazin und die Erschließung.

Die Kartei

In modernen Schrankanlagen (Paternostern) werden die vom MfS erfassten und die von der BStU neu erstellten Karteikarten gelagert. In diesen Karteikarten werden die Recherchen zu jedem personenbezogenen Antrag durchgeführt.

Die etwa 3 Millionen Karteikarten im Archiv der Außenstelle haben einen Umfang von etwa 760 laufende Meter. Davon befinden sich etwa 140 laufende Meter in den Zentralen Karteien, wie zum Beispiel für Operative Bearbeitung. Etwa 620 laufende Meter kommen in den Karteien der 16 Kreisdienststellen und der 36 Abteilungen der Bezirksverwaltung Dresden vor. Die Mehrzahl der Karteikarten bezieht sich auf Personen. Es gibt aber auch sachbezogene Karteikarten, zum Beispiel zu Haftdelikten.

Als Besonderheit ist die Kartei der Abteilung M (Postkontrolle) zu nennen mit etwa 246.600 Karteitaschen. Sie ist zumeist gleichzeitig Archivablage, da kopierte Briefe in Form von Mikrofiches hier eingelegt wurden.

Das Magazin

Im Magazin werden die Akten und andere Informationsträger, wie Mikrofilme gelagert. Auf Grundlage der in den Karteien ermittelten Signaturen von Akten werden diese im Magazin angefordert. Durch den Magazindienst werden die entsprechenden Akten für die Nutzung bereitgestellt. Es werden jeden Monat etwa 2.000 Aktenanforderungen bearbeitet.

Die Erschließung

Seit der Bildung des Staatssicherheitsdienstes, Beginn der 50er Jahre bis zu seiner Auflösung 1989/1990, wurden in der Bezirksverwaltung Dresden etwa 3.300 laufende Meter Materialien archiviert. Von den Kreisdienststellen und Abteilungen wurden etwa 5.000 laufende Meter Schriften in vorwiegend ungeordnetem Zustand übernommen. Dieses Material wurde von den Archivaren geordnet und auf Karteikarten erfasst. Außerdem wurden etwa 1.274 laufende Meter zerrissene Unterlagen aus Platzgründen in die Außenstelle Suhl ausgelagert. Dieses Material soll zukünftig elektronisch erfasst und erschlossen werden.

Es sind auch spezielle Informationsträger überliefert worden, unter anderem etwa insgesamt 52.000 Fotodokumente, Negative und Mikrofilme. Zwei Beispiele sollen den teilweise extremen Arbeitseifer des MfS verdeutlichen:

  • Der Operative Vorgang "Molekül" der Abteilung XVIII (Sicherung der Volkswirtschaft) umfasst 47 Akten. Hier wurde ein Wissenschaftler von 1962-1976 wegen des Verdachtes der Spionage zu Unrecht überwacht.
  • Die Akten, in denen die sehr umfangreiche Berichtstätigkeit des Hauptamtlichen Inoffiziellen Mitarbeiters (HIM) "Dietmar Heine" dokumentiert ist, liegen in 30 Bänden vor. Die ersten 15 Bände wurden bereits durch das MfS verfilmt. Der HIM fragte nach Informationen, in dem er sich als Mitarbeiter des Wohnungsbaukombinates ausgab und im ganzen Landkreis Dresden ermittelte. So berichtete er auch über einen Lehrer, der im Ruhestand erstmals in den Westen reisen durfte. 1983 wurde dieser Vorgang angelegt und erst mit Ende des MfS archiviert.

Bestandsübersicht und Findmittel

Die Bestandsübersicht des Sachgebietes Archivwesen der Außenstelle Dresden des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) geben einen Überblick über Inhalt, Umfang und Benutzbarkeit der in der Außenstelle Dresden verwahrten Unterlagen der ehemaligen Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit Dresden und der auf ihrem Gebiet gelegenen Kreisdienststellen (KD) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).

Archivführungen

Jeden letzten Donnerstag im Monat findet um 16:30 Uhr sowie nach Vereinbarung eine Führung statt. Der Eintritt ist frei.

Im Archiv der Außenstelle Dresden des BStU lagern aus der ehemaligen Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatsicherheit: 8.239 laufende Meter Akten und 3 Millionen Karteikarten.

Diese können Sie während einer Führung besichtigen. Während des Rundganges wird die Tätigkeit im Archiv, die Arbeitsweise des MfS und deren Auswirkungen erläutert. Außerdem werden dazu zwei Beispiele anhand von Original-Akten vorgestellt.

Archivführungen, verbunden mit einem Vortrag zur Geschichte des MfS, bieten wir auch außerhalb der Besuchertage für Gruppen aus Schulen, Gymnasien und anderen Einrichtungen an.

Informations- und Dokumentationszentrum

Die ständige Ausstellung "Wer ist wer?" im Informations- und Dokumentationszentrum in der Außenstelle Dresden widmet sich insbesondere den Aktivitäten des Staatssicherheitsdienstes im damaligen Bezirk Dresden. Die Bezirksverwaltung für Staatssicherheit unterhielt hier 16 Kreisdienststellen und eine so genannte Objektdienststelle an der Technischen Universität Dresden. 1989 standen im gesamten Bezirk 3.551 hauptamtliche und 11.424 inoffizielle Mitarbeiter im Dienst der Staatssicherheit.

"Genossen, wir müssen alles wissen" - getreu dieser Weisung von Erich Mielke kontrollierte die Staatssicherheit alle Lebensbereiche. Am Beispiel des Operativen Vorgangs "Passion" zeigt die Ausstellung, dass eine pazifistisch-oppositionelle Einstellung von Jugendlichen genügte, um umfangreiche Überwachungsmaßnahmen durch die Staatssicherheit einzuleiten. Das MfS verdächtigte die Jugendlichen der "Vereinsbildung zur Verfolgung gesetzeswidriger Ziele" - nach DDR-Recht war dies eine Straftat.

Aber auch für den Sport interessierte sich das MfS. Sie verfolgten den Fußballalltag in Dresden, überwachten nicht nur die Spieler, sondern auch ihre Fans. Am 11. Dezember 1974, beim Spiel von Dynamo Dresden gegen den Hamburger SV, kamen allein 4.000 hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter zum Einsatz.

Für ihre Überwachungseinsätze waren die Stasi-Mitarbeiter bestens gerüstet, denn das Ministerium unterhielt eine eigene Diensteinheit, die technische Geräte entwickelte und herstellte. "Operative Technik" war der Sammelbegriff für Instrumente beispielsweise zur Überwachung des Post- und Telefonverkehrs, Observierungskameras oder Spezialschlüssel, um Wohnungen "konspirativ" zu durchsuchen.

Wir bitten Sie, Führungen vorab zu vereinbaren. Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag: 8:00-18:00 Uhr
Samstag nach Vereinbarung

Informations- und Beratungs­stelle

In der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt Bautzner Straße des MfS in Dresden durchlebten viele Häftlinge leidvolle Wochen und Monate. Sie waren vorwiegend aus politischen Gründen verhaftet worden. Heute befindet sich dort eine Gedenkstätte.

An diesem historischen Ort informieren nun wechselnde Ausstellungen, Musterakten, Publikationen und ein Besucher-PC über die Struktur, den Aufbau und die Wirkungsweise des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Unsere Angebote:

  • Antragsannahme und Beratung für persönliche Akteneinsicht, Forschung und Medien
  • wechselnde Ausstellungen, kostenloser Verleih von Wanderausstellungen
  • Schülerprojekte, Lehrerfortbildungen, Materialien für den Unterricht
  • Vorträge zur Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)
  • Verkauf von Publikationen

Die Informations- und Beratungsstelle des BStU dient als Anlaufpunkt bei allen Fragen zur Antragstellung und Beratung rund um das Thema Stasi-Unterlagen. Das Informationsangebot umfasst Fragestellungen zur persönlichen Akteneinsicht bis zu Forschungsanträgen und zu Themen der politischen Bildung.

Grundsätzlich ist die Informations- und Beratungsstelle Dienstags und Mittwochs von 10.00 bis 17.00 Uhr für Bürgerberatungen geöffnet. Für Besuchergruppen der Gedenkstätte sind andere Vereinbarungen möglich.

Die Informationsangebote und Ausstellungen sind täglich zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte (täglich 10.00 bis 18.00 Uhr) zugänglich. Neben wechselnden Ausstellungen, werden Musterakten gezeigt, stehen Leseexemplare sowie ein Besucher-PC mit den Internetangeboten des BStU zur Verfügung.

Anfahrt

Anreise mit dem Auto

Die Außenstelle befindet sich im Stadtteil Pieschen in der Nähe der Autobahn A 4.

  • von der Abfahrt "Wilder Mann" stadteinwärts die Großenhainer Straße (ca. 2 Kilometer)
  • bis Trachenberger Platz, dort rechts abbiegen
  • die nächste Querstraße rechts ist die Riesaer Straße

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

S-Bahn

Dresden-Meißen (S1), Haltepunkt Pieschen

Straßenbahn

Linie 3, Haltepunkt Trachenberger Platz

Bus

Linie 70, Haltepunkt Trachenberger Platz
Linie 64, Haltepunkt Pieschen (am S-Bahn-Haltepunkt)

Lageplan der Außenstelle Dresden (Übersicht)
Lageplan der Außenstelle Dresden (Detailansicht)