Direkt zum Seiteninhalt springen
Publikation

Die Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit in Rostock

Ermittlungsverfahren, Zelleninformatoren und Haftbedingungen in der Ära Honecker

BStU (Hg.), Tobias Wunschik, Jenny Schekahn

Reihe
BF informiert

Umfang
157 Seiten

Auflage
1. Auflage, Berlin 2012

Verlag
BStU

Preis
5,00 €

ISBN
978-3-942130-74-5

Sprache
Deutsch

BF informiert 31/2012

Inhalt

Die Studie bietet die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der MfS-Untersuchungshaftanstalt Rostock, ihren Insassen und den hier herrschenden Haftbedingungen.

In ihren Gefängnissen missachtete die Staatssicherheit systematisch die Menschenrechte der Häftlinge. Auch unterhalb der Schwelle körperlicher Gewalt übten in der Ära Honecker psychologisch geschulte Vernehmer in den Verhören enormen Druck aus. Sie behaupteten beispielsweise wahrheitswidrig, Mitbeschuldigte hätten bereits gestanden, die Indizien seien erdrückend oder die Zwangsadoption der Kinder drohe. So wurde das Geständnis der Beschuldigten erpresst und die Unschuldsvermutung ins Gegenteil verkehrt.

Ein wichtiges Hilfsmittel waren die sogenannten Zelleninformatoren: Um die Verurteilung von Regimegegnern zu ermöglichen, brachte die Staatssicherheit Untersuchungshäftlinge dazu, über Mitgefangene zu berichten. Was motivierte sie zum Verrat an ihren Leidensgefährten? Wurden sie zur Spitzeltätigkeit nicht eher gezwungen - und wie schnell "fielen" sie "um"?

Die Studie beantwortet diese Fragen auf der empirischen Grundlage einer bisher nicht ausgewerteten Kartei der Staatssicherheit in Rostock.

Zum Autor/Herausgeber

BStU (Hg.)

Tobias Wunschik

Dr., Jahrgang 1967, Politikwissenschaftler; Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung des BStU

Jenny Schekahn

Mitarbeiterin in der Außenstelle Rostock des BStU

Verwandte Inhalte

Publikation

Die AIDS-Verschwörung

Das Ministerium für Staatssicherheit und die AIDS-Desinformationskampagne des KGB

Mit dem Auftauchen des für AIDS verantwortlichen HI-Virus Anfang der 1980er Jahre begannen Forschungen, aber auch Spekulationen um dessen Herkunft. 1992 gab der Leiter der russischen Auslandsspionage zu, dass der sowjetische Geheimdienst hinter einer internationalen Desinformationskampagne zum ...

Publikation

"Nun falten Sie den Zettel ..."

Wahlen in der DDR in der Überlieferung der Staatssicherheit (1949–1961)

Die Edition der geheimen MfS-Dokumente spiegelt die Überwachung und Analyse der DDR-Wahlen von der Staatsgründung bis ins Jahr 1961.

Publikation

Hochtechnologien und Staatssicherheit

Die strukturelle Verankerung des MfS in Wissenschaft und Forschung der DDR

"Hochtechnologien und Staatssicherheit" beschäftigt sich vor allem mit Fragen der "Verortung" des MfS in Wissenschaft und Hochtechnologie der DDR.

Publikation

Zu Struktur, Charakter und Bedeutung der Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit

Die vorliegende Abhandlung ist die überarbeitete Fassung des Gutachtens zum Wert der MfS-Akten, das die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zur "Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland" beim BStU in Auftrag gegeben hat.

Publikation

Die KD Nordhausen

Arbeitsstruktur und Wirkung der Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit im Grenzkreis Nordhausen

Die vorliegende Studie untersucht am Beispiel Nordhausens erstmals umfassend Struktur und Geschichte einer Kreisdienststelle der Staatssicherheit von den Gründungsjahren bis zur Auflösungsphase 1989/90.

Publikation

Kleine Brüder des KGB

Die Kooperation von DDR-Auslandsaufklärung und bulgarischer Staatssicherheit

Als "Kleine Brüder" kooperierten und rivalisierten die bulgarische und ostdeutsche Auslandsspionage – und blieben doch immer eingebettet in das sowjetisch dominierte Gesamtsystem der Ostblockgeheimdienste.