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Pressemitteilung

"Feind ist, wer anders denkt" in Heidelberg

Wanderausstellung über die Stasi mit regionalen Bezügen

"Feind ist, wer anders denkt" in Heidelberg

Wanderausstellung über die Stasi mit regionalen Bezügen

Wie erging es den Menschen in Ost und West, die ins Visier der Staatssicherheit der DDR gerieten? Mit welchen Methoden arbeitete die Stasi? Und wie präsent war die Geheimpolizei auch in der Bundesrepublik? Antworten gibt die Wanderausstellung "Feind ist, wer anders denkt" des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Sie wird am Donnerstag, 25. Februar 2016, in Heidelberg vom Bundesbeauftragten Roland Jahn eröffnet. Die Schau dokumentiert, wie durch Überwachung, Bespitzelung und Unterdrückung von Menschenrechten die Macht der Staatspartei SED in der DDR gesichert wurde. Zwei Sondertafeln zeigen Stasi-Unterlagen mit Bezug zur Region Heidelberg sowie zur Überwachung von Sozialdemokraten.

Eröffnung:

  • 25. Februar 2016, 19.00 Uhr
    Grußworte: Prof. Dr. Walter Mühlhausen, Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte; Bernd Stadel, Erster Bürgermeister Stadt Heidelberg; Alexander Ahrens, Oberbürgermeister Stadt Bautzen (Partnerstadt Heidelbergs)
    Podiumsgespräch: Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, Schülerinnen und Schüler, St.-Raphael-Gymnasium Heidelberg

Ort:

  • Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Pfaffengasse 18, 69117 Heidelberg

Öffnungszeiten:

  • 26.02.–24.04.2016, täglich außer montags, 10.00 – 18.00 Uhr, donnerstags bis 20.00 Uhr. Führungen nach Voranmeldung Telefon: (0 62 21) 91 07 11 oder Mail: zumbaum-tomasi@ebert-gedenkstaette.de

Begleitprogramm:

  • 14.04.2016, 19.30 Uhr, Vortrag "Kampagnen, Spione, geheime Kanäle. Die Stasi und Willy Brandt", Referentin: Prof. Dr. Daniela Münkel, BStU

Bildungsangebote:

  • 15., 16., 17.03.2016: Schulprojekttage, Anmeldung Telefon: (030) 23 24–89 37, bildung@bstu.bund.de

Elmar Kramer, Stellv. Pressesprecher

Hintergrundinformationen zu Heidelberg und Umgebung

Zahlen zur Akteneinsicht bei der Stasi-Unterlagen-Behörde (1991 bis Dezember 2015)

Anträge gesamt aus Baden-Württemberg: 63.285
- darunter persönliche Akteneinsicht: 55.127

Anträge gesamt aus Heidelberg: 1.278
- darunter persönliche Akteneinsicht: 1.050

Im Visier der Stasi: Heidelberg und seine Umgebung

"Feindaufklärung" in der Landeszentrale

Ende September 1974 wird ein 35-jähriger Heizungsmonteur aus Hessen als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) geworben. Er war 1958 aus der DDR in die Bundesrepublik übergesiedelt und unterhielt familiäre Kontakte in die DDR. Bei seinen Besuchen wurde er in die Zusammenarbeit mit der Stasi eingewöhnt, dazu zählte immer wieder das Auskundschaften in Heidelberg. Die Stasi schreibt 1987 über seine Motivation: "materielle Erwägungen, langjährige Bindung an das MfS – persönliche Gefälligkeit, Abneigung gegen Politik CDU / CSU". Das Auskundschaften der Außenstelle Heidelberg der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg ist ein Beispiel aus seiner langjährigen Tätigkeit.

Spitzel in der Uni

Hochschulen waren generell für die Stasi von Interesse. Dabei ging es ihr vor allem um das Auskundschaften von Inhalten und Technologien, die sie gezielt für die Verwendung in der DDR-Wirtschaft stehlen konnte. Immer wieder aber auch boten Universitäten Möglichkeiten, politische Entwicklungen in der Bundesrepublik zu beeinflussen oder gegen die DDR gerichtete Aktionen frühzeitig zu erkennen und zu vereiteln. Vor diesem Hintergrund sind auch die Tätigkeiten von IM an der Universität Heidelberg zu sehen. Ein Heidelberger Student der Psychologie wurde im September 1956 von der Hauptabteilung II (Spionageabwehr) als IM angeworben. Im Februar 1960 berichtete er über Mitglieder des "Arbeitskreises für Wiedervereinigung im Jugend- und Hochschulkuratorium Unteilbares Deutschland" an der Uni und über ein Flugblatt, mit dem der Arbeitskreis zu Pfingsten 1960 einen Marsch an die innerdeutsche Grenze bei Bebra ankündigte. Die Stasi setzte auch einen Inoffiziellen Mitarbeiter "Hagen" ein, um einen Hochschulassistenten am Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte auszukundschaften. Die Stasi wollte erkunden, ob der Assistent für sie als Quelle dienen konnte.

Weitere Informationen unter www.bstu.de

Kontakt zur Pressestelle

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

Pressesprecherin

Dagmar Hovestädt

Telefon: 030 2324-7170